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Demokratietraining der Kommunalen Jugendarbeit Eichstätt an der Mittelschule Lenting

Wie man mit Zetteln, Schokolade und Kürbis Demokratie erleben kann

„Wer alles die Hand hebt, sagt, warum er das nicht will!“ „Es soll etwas Sinnvolles sein!“ „Ich hab dafür jetzt keine Verantwortung mehr – du überlegst!“ „Habt mal Respekt!“ „Hört mal zu, das ist ein Gemeinschaftsding!“

 

Es wurde gelacht, geschrien, gestritten, resigniert, sich geärgert und sich gefreut – die Bandbreite aller Emotionen durchlebten 22 Klassensprecher*innen der 7. – 10. Klassen der Mittelschule Lenting, gemeinsam mit ihrem Verbindungslehrer Florian Kunst beim Demokra­tietraining und erlebten so Demokratie hautnah und sehr persönlich.
Initiiert hatte die Aktion aus der Jugendbildungsreihe „MitEInand“ der Kommunalen Jugend­arbeit Eichstätt die Jugendsozialarbeit an der Mittelschule.

 

Die Jugendpflegerinnen Claudia Treffer und Theresa Burger stellten der Gruppe mitspieleri­schen Aktionen aus dem demokratischen Bildungsprogramm „Betzavta“ Aufgaben, für die es keine eindeutigen und schon gar keine einfachen Lösungen gab. Vielmehr zeigte z.B. beim „Zettelspiel“, der „Kunst einen Kürbis zu teilen“ oder dem „Schokoladenspiel“ und den leb­haften Diskussionen im Anschluss, dass es bei jeder Entscheidung, die wir treffen, um Di­lemmata wie z.B. gegensätzliche Interessen, konkurrierende Rechte, Benachteiligung oder unterschiedliche Meinungen geht.

 

Im Laufe der zwei Vormittage zeigte sich, dass sich durch ausschließliche Mehrheitswahl die Dilemmata nicht beseitigen lassen, sondern dass es zwingend notwendig ist, miteinander zu reden und sich auszutauschen, um die Sicht und Position des anderen zu verstehen und miteinzubeziehen.

 

Die Teilnehmer*innen erkannten, dass jede*r mit seiner*ihrer Meinung einen Stellenwert und Gewicht in der Gruppe hat oder haben sollte. Geschlechterrollen, persönliche Interessen oder eigene Privilegien wurden thematisiert und rege diskutiert, um einen realen Bezug auf das Leben in der Familie, Freunden, Gesellschaft oder an der Schule herzustellen.

 

Nach den gemeinsamen intensiven Erlebnissen gehen die Klassensprecher*innen hoffent­lich mit dem Bewusstsein zurück in ihren schulischen Alltag, dass sie als Klassenspre­cher*innen und junge Menschen durch ihr eigenes Handeln aktiv demokratische Prozesse anregen und mitgestalten können.

 

„Betzavta“ ist ein international anerkanntes demokratiepädagogisches Programm, das vom „Adam Institute for Democracy and Peace“ in Jerusalem entwickelt wurde. Die Kommunale Jugendarbeit Eichstätt wendet diese Methode in ihren Konzeptbausteinen „MitEInand“ zur Förderung von Demokratiebildung und Jugendpartizipation in verbandlicher, offener und gemeindlicher Jugendarbeit und Schulen im Landkreis Eichstätt an. Bei Interesse können sich Gemeinden, Jugendverbände und Schulen unter www.jugendarbeit-ei.de genauer infor­mieren und melden.

 

Bildunterschrift:                                                                            Foto: Landkreis Eichstätt

 

Die Jugendpflegerinnen Claudia Treffer und Theresa Burger (im Hintergrund stehend von rechts) beim Demokratietraining der Kommunalen Jugendarbeit Eichstätt mit den Klassensprecher*innen der Mittelschule Lenting.

Kategorien: Presse