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„Fundgeschichten aus Wald und Flur“ und

Das Rätsel der eigenen regionalen Vergangenheit in Fundstücken aus dem Landkreis

Unter dem Titel „Fundgeschichten aus Wald und Flur – Oberflächennahe archäologische Funde aus dem Landkreis Eichstätt“ lockte die Eröffnung der diesjährigen Sonderausstellung zahlreiche Besucher in das Jura-Bauernhof-Museum Hofstetten. Die Eröffnung nahm der 1.Vorsitzende des Museumsvereins, Landrat Anton Knapp, vor, der sich zusammen mit den Vorstandsmitgliedern und Kreisheimatpflegern Dominik Harrer und Dr. Karl-Heinz Rieder bei Ortsheimatpfleger Kurt Richter aus Stammham für seinen tatkräftigen Einsatz bei dieser Ausstellung bedankte. Durch Heimatforscher, wie Kurt Richter sei es überhaupt erst möglich gewesen, eine solche Ausstellung auf die Beine zu stellen. Unterstützt wurde Kurt Richter außerdem von Nicolas Ströhla, ein engagierter Archäologie-Student, der die erläuternden Zeichnungen zur Ausstellung und die Handreichungen anfertigte.

 

Auf die Museumsbesucher warten ab sofort zahlreiche Exponate, von klein bis groß, über gewöhnlich bis besonders: aber eins haben sie alle gemein: Die Fundstücke wären womöglich für immer unter der Erdoberfläche oder dicht am Boden versteckt geblieben, wenn sie nicht bei Feldbegehungen des hiesigen Heimatforschers entdeckt worden wären und dadurch bewahrt werden konnten. Obwohl er sich dem Suchen, Sammeln und Dokumentieren von Bodenfunden erst seit fünf Jahren als offizieller Ortsheimatpfleger der Gemeinde Stammham widmet, kann sich die Sammlung von Kurt Richter sehen lassen. Faszinierend, welche Stücke, sich hinter diesen, auf den ersten Blick oft unscheinbaren Gegenständen verbergen! Quer durch alle Epochen zieht sich die zeitliche Einordnung der „Bodenschätze“, die ältesten Stücke stammen aus der Bronzezeit. Alle Funde aus dem Landkreis Eichstätt können viele Geschichten erzählen: Ein ausgewähltes Exponat ist zum Beispiel ein Uniformknopf mit der Nummer acht aus der napoleonischen Ära stammend. Er berichtet vom Jahr 1805, wie napoleonische Soldaten weit in den Landkreis vorgedrungen sind, als Bayern Bündnispartner von Napoleon war. Zur Ehrung seines Lieblingsexponats schneiderte sich Nicolas Ströhla eine Uniform nach Vorbild des für die napoleonischen Kriege maßgeblichen Marshalls Bernadotte, die er zur Eröffnung der Ausstellung vorführte.

 

Leider ist nicht immer der Entstehungskontext der gefundenen Bodenschätze so deutlich nachzuverfolgen, noch dazu, weil in der Ausstellung durch die unterschiedlichsten Stücke sämtliche Lebensthemen aufgegriffen werden: Vom Krieg über die landwirtschaftliche Arbeit, Fortbewegung, Schmuck bis hin zu Genussmittel ist alles geboten. Hier werden die verschiedensten Lebensbereiche unserer Vorfahren angesprochen. Es ist schon erstaunlich, welche historischen Funde oft mehr oder weniger offensichtlich am Boden zu entdecken sind und was sich dahinter verbirgt. Um die vielfältigen Eindrücke zu verarbeiten, schloss sich der Ausstellungseröffnung im Museumsgarten ein Hoagarten an: Gerhard Julius Beck und die „Sausackschleifer Tanzlmusi“ spielten auf, während sich die Besucher mit Kaffee und Kuchen vom Jura-Backservice stärken konnten. Dabei ließ es sich der beliebte Eichstätter Vollblutmusiker nicht nehmen, sein Publikum mit humorvollen Geschichten und Anekdoten aus allen Lebensbereichen zu unterhalten. Insgesamt ein perfekter Nachmittag mit Kultur und musikalischem Genuss! 

Die Sonderausstellung kann bis zum 20.Oktober 2019 dienstags bis freitags von 14 bis 16 Uhr und an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr im Jura-Bauernhofmuseum in Hofstetten besichtigt werden. Das Jahresprogramm des Museums ist im Internet unter www. jura-bauernhof-museum.de abrufbar.                                            lkr

 

Fotos: Landkreis Eichstätt

Kategorien: Presse