Gemeinsam am Ziel: Vertrag für Pflegestützpunkt Eichstätt unterzeichnet

19. Februar 2021 : Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Eichstätts Landrat Alexander Anetsberger, der AOK-Direktor für Ingolstadt, Ulrich Resch, sowie der Vorstand der Audi-BKK, Gerhard Fuchs, haben die Weichen für die Gründung eines gemeinsamen Pflegestützpunktes gestellt.

Im Landratsamt Eichstätt unterzeichneten sie am 18. Februar den erforderlichen Stützpunktvertrag. Dieser wird nun an die weiteren beteiligten Kranken- und Pflegekassen zur Unterschrift versandt. Der Pflegestützpunkt startet am 1. April mit seiner Arbeit.

Den formalen Beschluss für den Pflegestützpunkt in Kooperation mit Bezirk und Kassen haben der Sozialausschuss und Kreistag des Landkreises Eichstätt im Herbst 2020 gefasst. Danach haben Landkreis, Bezirk sowie die Pflege- und Krankenkassen den Stützpunktvertrag sowie das Betriebskonzept verhandelt.

Zentraler Standort

Der Landkreis wird den Pflegestützpunkt im Angestelltenmodell betreiben. Er tritt damit als alleiniger Anstellungsträger für das dortige Personal auf. Kosten für den Pflegestützpunkt übernehmen zu zwei Dritteln die Pflege- und Krankenkassen; das verbleibende Drittel teilen sich jeweils zur Hälfte Landkreis und Bezirk. Organisatorisch ist der Pflegestützpunkt im Landratsamt Eichstätt dem Sachgebiet 37 – Demografie und Betreuung zugeordnet. Der Pflegestützpunkt wird sich zentral und gut erreichbar in der Gemmingenstraße 4, 85072 Eichstätt befinden. Darüber hinaus werden Beratungszeiten nach vorheriger Terminabsprache im Dienstleistungszentrum des Landratsamtes Eichstätt in der Bahnhofstraße 16 in 85101 Lenting angeboten.

Dank für die gute Zusammenarbeit

Bezirkstagspräsident Josef Mederer dankte allen Beteiligten für die „sehr gute Zusammenarbeit auf Verwaltungsebene“. Mederer sagte: „Auf das Ergebnis unserer Verhandlungen können wir alle stolz sein. Der Pflegestützpunkt Eichstätt ist auf der Zielgeraden. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten dort künftig eine wohnortnahe, neutrale und unabhängige Beratung aus einer Hand. Die Informationsangebote orientieren sich am Bedarf der ratsuchenden Menschen. Wir als Bezirk beteiligen uns daran finanziell und ergänzend mit einer Vor-Ort-Beratung zu unseren Leistungen in der Hilfe zur Pflege und der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen. Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit zum Wohl der Menschen im Landkreis Eichstätt.“

Eichstätts Landrat Alexander Anetsberger erklärte: „Für mich hat das Thema Pflege eine große Bedeutung. Im Pflegestützpunkt bieten wir allen Rat- und Hilfesuchenden eine kostenlose und neutrale Beratung zu Fragen im Vor- und Umfeld der Pflege und Versorgung. Die Vielzahl der verschiedenen Beratungsangebote im Landkreis Eichstätt zu vernetzen sowie bestehende Ressourcen zu nutzen und zugänglich zu machen, ist unsere Aufgabe. Dazu können sich zukünftig alle Altersgruppen mit ihren Fragen an unseren Pflegestützpunkt wenden: junge Menschen, Eltern mit pflegebedürftigen Kindern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, alte Menschen, Angehörige von Menschen mit Pflegebedarf und natürlich die pflegebedürftigen Menschen selbst.“

Krankenkassen unterstützen und fördern Pflegeberatung

AOK-Direktor Ulrich Resch betonte: „Viele Menschen stellen sich der Herausforderung, ihre Angehörigen zuhause zu pflegen. Mit dem Pflegestützpunkt gibt es eine Anlaufstelle für diese Bürgerinnen und Bürger zu allen Fragen rund um das Thema Pflege. Im Vordergrund steht dabei, schnell und unbürokratisch zu helfen. Wir als AOK unterstützen diese Einrichtung aus voller Überzeugung und bieten unseren Versicherten noch zusätzlich eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte individuelle Pflegeberatung an.“

Der Vorstandsvorsitzende der Audi BKK, Gerhard Fuchs, erklärte: „Mit dem Pflegestützpunkt in Eichstätt bieten wir vor Ort eine Möglichkeit, sich ohne großen Aufwand umfassend beraten zu lassen. Die Nähe zu den Menschen ist dabei ein erheblicher Vorteil, denn die Mehrheit der Pflegebedürftigen wird im heimischen Umfeld betreut. Im Stützpunkt werden dazu alle Angebote zusammengeführt, um eine unabhängige und individuelle Beratung zu gewährleisten. Die Vernetzung ist ein deutlicher Gewinn für alle Akteure im Bereich der Pflege und vor allem für die Menschen vor Ort.“

Vorhandene Angebote vernetzen

Laut dem Betriebskonzept ist das erklärte Ziel des Pflegestützpunktes, als erste Anlaufstelle ratsuchende Menschen bei allen Fragen rund um die Pflege zu unterstützen. Neben der Beratung der Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis will der Pflegestützpunkt insbesondere mit den Kranken- und Pflegekassen, Behörden, Anbietern und sonstigen beteiligten Akteuren im Austausch sein. Zudem möchte er mit seiner Arbeit auf abgestimmte pflegerische und soziale Versorgungs- und Betreuungsangebote hinwirken und vorhandene Angebote vernetzen. „Durch das gemeinsame, abgestimmte Handeln aller Akteure wird eine Verbesserung der Versorgungsstruktur entsprechend des Bedarfs der Bürgerinnen und Bürger erreicht“, heißt es dazu im Betriebskonzept.

Beratung vor Ort des Bezirks Oberbayern

Der Bezirk Oberbayern wird sich darüber hinaus künftig mit einer Beratung vor Ort einbringen. Bei dem wöchentlichen Sprechtag können sich die Bürgerinnen und Bürger wohnortnah insbesondere zur Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen und zur Hilfe zur Pflege beraten lassen. Der Start ist im ersten Halbjahr 2021 geplant.

Weitere Stützpunkte in Oberbayern

Weitere Stützpunktverträge wurden bereits für das Berchtesgadener Land, Ebersberg, Erding, Garmisch-Partenkirchen, Ingolstadt, Landsberg am Lech, Mühldorf, Neuburg an der Donau und Traunstein unterzeichnet. In den meisten der genannten Landkreise ist die Beratung vor Ort des Bezirks Oberbayern bereits aktiv.

In der guten Stube des Landratsamtes Eichstätt unterzeichneten Bezirkstagspräsident Mederer und Landrat Anetsberger (vordere Reihe) sowie Gerhard Fuchs, Vorstandsvorsitzender der Audi-BKK, und Ulrich Resch, Direktor der AOK Ingolstadt, den Vertrag für die Errichtung des Pflegestützpunktes Eichstätt.

Foto: Petra Preis | Landratsamt Eichstätt

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