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Landrat Knapp händigt Bundesverdienstmedaille aus

Walburga Feller für ehrenamtliches Engagement geehrt

Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an Walburga Feller aus Großmehring die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Auszeichnung mit Aushändigung der Urkunde nahm Landrat Anton Knapp im Rahmen einer kleinen Feierstunde in seinem Amtszimmer in der ehemals Fürstbischöflichen Residenz vor. Dazu durfte er die Geehrte zusammen mit Sohn und Schwiegertochter sowie den Bürgermeister der Gemeinde Großmehring, Ludwig Diepold, und den Seniorenbeauftragten der Gemeinde Großmehring, Franz Hiermeier, begrüßen.

 

Walburga Feller pflegt seit dem Jahr 2007 aufopferungsvoll und mit großer Hingabe ihren Ehemann Johann und bis vor wenigen Wochen auch ihre Schwiegermutter Maria Feller, die leider kürzlich verstorben ist. Bei Herrn Feller wurde 1980 ein Gehirntumor festgestellt, der umgehend operativ entfernt wurde. Im Anschluss an die Operation konnte nach einer zweijährigen Behandlung und durch intensive medizinische Maßnahmen eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt werden. Seit einem Schlaganfall im Jahr 2007 ist er jedoch halbseitig gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Auch wurde zwischenzeitlich Parkinson festgestellt und er leidet an epileptischen Anfällen. Auf Grund der diversen Erkrankungen und der damit verbundenen Notwendigkeit an Pflegemaßnahmen kümmert sich Frau Feller Tag und Nacht mit sehr großem Einfühlungsvermögen und mit liebevoller Hingabe um ihren Ehemann. Sie hilft ihm morgens aus dem Bett, unterstützt bei der Körperpflege, beim Verabreichen von Medikamenten und bereitet ihm das Essen. Neben den umfassenden Pflegemaßnahmen wie Toilettengänge und Bäder stellt besonders die Sicherstellung der Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe im Alltag dar. Walburga Feller investiert jeden Tag viel Zeit und Geduld bei der Zubereitung schmackhafter Gerichte und unterstützt bei der Essensaufnahme, da es Herrn Feller meist nicht möglich ist, Essen und Getränke selbstständig zu sich zu nehmen. Auch abends und nachts wacht Walburga Feller stets darüber, ob mit ihrem Ehemann alles in Ordnung ist. Einmal in der Woche erhält sie Unterstützung vom Pflegedienst zur Verrichtung aufwändiger Pflegemaßnahmen.

 

Auch wenn die krankheitsbedingten und teilweise belastenden Herausforderungen im Alltag viel Kraft und Verständnis erfordern, legt Frau Feller großen Wert auf ein soziales Miteinander: So beaufsichtigt sie ihren Mann nicht nur ganztägig, sondern sorgen auch für ständige Ansprache und Beschäftigung. Darüber hinaus hat sie auf eigene Kosten ein Auto mit großer Ladefläche für den Rollstuhltransport angeschafft, eine Rampe am Hauseingang montiert und Umbaumaßnahmen im Badezimmer durchführen lassen, die an die Bedürfnisse der Pflege angepasst sind. Neben der Pflege des Ehemannes hat sie 2007 auch die Pflege ihrer Schwiegermutter übernommen, die alleine im eigenen Haushalt lebte. So versorgte sie die Schwiegermutter täglich mit selbst gekochtem Essen, übernahm sämtliche Einkäufe, putzte im Haushalt und sorgte sich um das Waschen der Wäsche. Außerdem übernahm sie mit der Patientin die Fahrten zum Arzt und ins Krankenhaus nach Nürnberg zu den routinemäßigen Herzschrittmacherkontrollen. Walburga Feller war für ihre Schwiegermutter eine wichtige Stütze im Leben, sie sorgte für Ansprache und nahm ihr Arbeiten ab, so dass sie in der gewohnten Umgebung wohnen bleiben konnte. Trotz der umfassenden Pflegetätigkeiten in der Familie versucht Walburga Feller weitestgehend eigenständig die sonst noch anfallenden Arbeiten im Alltag zu bewerkstelligen, wozu Rasenmähen, Ausschneiden von Bäumen und die Brennholzverarbeitung gehören. Eigene Bedürfnisse stellt sie immer hinten an. Urlaub, Freizeittätigkeiten und soziale Kontakte müssen auf ein Minimum reduziert werden.

 

Landrat Knapp betonte in seine Festrede den herausragenden und jahrzehntelangen selbstlosen Einsatz von Walburga Feller: „Engagierte Menschen wie Sie tragen dazu bei, die Kultur des menschlichen Miteinanders zu fördern. Trotz so mancher Widrigkeit verloren Sie nicht Ihr zuversichtliches Wesen und Ihre positive Grundhaltung. Sie ermöglichten den Pflegenden durch Ihr tägliches, selbstloses Engagement und unter Einschränkung Ihrer eigenen persönlichen Bedürfnisse ein menschenwürdiges Leben. Daher erscheint die Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland mehr als gerechtfertigt und ich darf Ihnen persönlich wie auch im Namen des Landkreises Eichstätt herzlich zu dieser hohen Auszeichnung gratulieren.“ Walburga Feller, ihre Familie und die Gemeinde Großmehring könnten zurecht stolz auf diese besondere Ehrung sein, zumal der Bundesverdienstorden nicht tagtäglich verliehen werde, so der Landkreischef.

 

Der ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss stiftete im Jahr 1951 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland um politische, wirtschaftliche, soziale und geistige Leistungen zu würdigen. Die Auszeichnung soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leitungen lenken, die für das Gemeinwesen, von großer Bedeutung sind. Darunter sind besonders Verdienste zu verstehen, die über einen langen Zeitraum und mit erheblichem persönlichem Einsatz erbracht werden. Der Bundesverdienstorden ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.  

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Bildunterschrift:

Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Landrat Anton Knapp an Walburga Feller (Bildmi.) die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Zu den ersten Gratulanten gehörte der Bürgermeister der Gemeinde Großmehring, Ludwig Diepold (re.), und Seniorenbeauftragter Franz Hiermeier (li.).

Foto: Preis

Kategorien: Presse