Leonhard Meixner im Jura-Bauernhofmuseum Hofstetten

Neue Volksmusikpfleger im vollen Einsatz

Kreisheimatpfleger Dominik Harrer hatte am Sonntag den neuen Volksmusikpfleger Leonhard Meixner zum ersten Mal ins Jura-Bauernhofmuseum Hofstetten eingeladen. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Viel mehr Besucher als hitzebedingt erwartet, strömten ins Museum, um mit dem Vollblutmusiker gemeinsam zu singen und traditionelle Volksmusiklieder wieder aufleben zu lassen. Seit letztem Jahr finden die Veranstaltungen oft im großen Museumsgarten statt, damit ausreichend Platz für die vielen Besucher ist, jederzeit leicht mit neuen Tischen und Bänken „nachgerüstet“ werden kann und die beiden Zelte aufgestellt werden können, damit ausreichend Schattenplätze für die hunderte Besucher der Veranstaltung zur Verfügung stehen.

Bei der offiziellen Begrüßung freute sich stellvertretender Landrat Bernhard Sammiller, Leonhard Meixner vom Bezirk Oberbayern in Hofstetten willkommen zu heißen und sprach außerdem seine Hoffnung aus, dass diesem geselligen Volksmusiktag noch viele weitere folgen mögen. „Daraus könnte sehr gerne eine jährliche Traditionsveranstaltung im Museum entstehen“, so Sammiller. Meixner tritt in die Fußstapfen der Koryphäe Ernst Schusser, der im ganzen Landkreis bekannt ist und auch das Museum viele Jahre mit dem beliebten Musiknachmittag „Moritaten, Balladen und andere Geschichten“ beehrte. Nach seiner Vorstellung erzählte der frischgebackene Volksmusikpfleger, der erst wenige Monate im Amt ist, kurz auch von den Umstrukturierungen, die das Archiv für Volksmusikpflege im Bezirk Oberbayern aktuell unternimmt, so beispielsweise auch die Namensänderung in „Zentrum für Volkmusik, Literatur & Popularmusik“. Meixner, der sich seiner Aufgabe der Volksmusikpflege mit Hingabe widmet, unterhielt mit vielen lustigen Liedern den ganzen Nachmittag über die Gesellschaft. Viele der Besucher waren extra für das gemeinsame Singen ins Museum nach Hofstetten gekommen und freuten sich, den jungen Musiker in seiner neuen Funktion persönlich kennenzulernen.

Mit auf dem Programm standen altbekannte Lieder, wie beispielsweise: „Die Hobelbank“ mit ihren zahlreichen erweiterbaren Strophen, oder auch „Schenkts mir amoi was boarisch ei“, ein weitverbreitetes Gstanzllied mit vielen lustigen Versen. Die Liedertexte fanden sich in einem kostenlosen Liederbogen, den Leo Meixner für alle mitgebracht hatte, wenn auch etwas weniger als anwesende Besucher („mit so vielen Gästen habe ich nicht gerechnet“), aber da wurde einfach zusammengerückt und die Liedtexte geteilt. Zudem gab es noch die kostenlosen Liederheftchen des Volksmusikarchivs, die wie immer heiß begehrt waren. So konnte ein jeder Besucher textsicher dem Gesang folgen und mitsingen. Unterstützt wurde Leonhard Meixner tatkräftig von den Musikanten der Eichstätter Tanzlmusi unter Leitung des Stadtkapellmeisters Markus Julius Beck, die während der Veranstaltung die musikalische Umrahmung übernahmen und immer im Wechsel spielten. Auch sie zeigten den Besuchern regionales Liedergut aus der Region, indem sie den „Eichstätter Sausackschleifermarsch“ präsentierten, der von Hans Lutz nach dem Text von Willi Dirsch geschrieben wurde und wie auch andere Stücke von ihm in die Eichstätter Musikgeschichte einging. Hans Lutz hätte dieses Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Gesellige Volksmusiknachmittage sind feste Bestandteile der Jahresveranstaltungen im Museum und werden immer gerne besucht.  Für das leibliche Wohl sorgte der Bäuerinnen-Backservice Ingolstadt mit hausgemachten Kuchen und Kaffee. Gleichzeitig konnte die Sonderausstellung „Sichel und Sense – Archaisches Werkzeug mit großer Symbolkraft“ in den kühlen Räumen des Jura-Bauernhof-Museums besichtigt werden.

 

Fotos: Veit /Landkreis Eichstätt