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„Narben der Flucht“ geht in die (vorerst) letzte Runde

„Change yourself to change the world“

– aus diesem interkulturellen Projekt der Kommunalen Jugendarbeit Eichstätt ist nach über zwei Jahren der Spielfilm „Narben der Flucht“ entstanden. Autor und Regisseur Mahmud Hassan sowie die geflüchteten Laienschauspieler verarbeiten in dem Film unter anderem ihre eigenen Erlebnisse und Erfahrungen. Hassan gehört der äthiopischen Volksgruppe der Oromo an, weswegen der Film sowohl auf Deutsch als auch auf oromisch – mit jeweils entgegen gesetzten Untertiteln – ausgestrahlt wird. In typisch oromischer Erzählweise erschließt sich dem Zuschauer episodenhaft nach und nach in 120 Minuten die Geschichte: Nach ihrer Flucht aus Äthiopien finden sich Ibsa und Abdi wie viele andere Geflüchtete in Deutschland wieder. Sie bringen unterschiedlichste Erfahrungen, Hoffnungen und Träume mit sich, doch wie wird ihr Leben hier nun aussehen? Auf der anderen Seite trifft eine deutsche Familie auf die jungen Geflüchteten, jedoch mit unterschiedlichen Gefühlen. Während die einen helfen wollen, steigt der Widerstand bei den anderen. Am Ende stellt sich die Frage, wie beide Seiten mit der neuen Situation und vor allem miteinander umgehen werden.

 

Der Film besticht nicht nur mit seinen ergreifenden und dramatischen Momenten, sondern auch dadurch, dass er zum Nachdenken anregt und aufzeigt, dass es eben nicht nur „schwarz“ und „weiß“ gibt. Dies ist, vor allem, wenn man sich unserer aktuellen, gesellschaftlichen Lage bewusstwird, die zunehmend neoreaktionär geprägt wird, eine höchst wertvolle Erfahrung. Auch die Teilnehmer des Projekts nahmen eine Menge daraus mit, was Claudia Treffer – Schauspielerin im Film und Teil der KoJa Eichstätt – zur Premiere am im Oktober 2019 bei der Begrüßung auf den Punkt brachte: „Je unterschiedlicher wir waren, desto mehr haben wir voneinander gelernt. Junge Menschen sind in der Lage, Großes zu leisten, wenn man ihnen Vertrauen schenkt.“ Sowohl die exklusive Premiere für geladene Gäste als auch die öffentliche Premiere fanden beide im Studio des Alten Stadttheaters Eichstätt statt. Beide Veranstaltungen waren ein voller Erfolg. Der Film kann von Bildungseinrichtungen, Verbänden der Jugendarbeit o.Ä. kostenlos als Blue-ray und/oder DVD ausgeliehen werden. Er ist freigegeben ab zwölf Jahren und nur zur nichtgewerblichen Nutzung freigegeben. Wer als Privatperson Interesse am Film hat: Er wird voraussichtlich auch als Leihgabe der Medienzentrale des Bistum Eichstätt zur Verfügung gestellt werden. Und für alle, die ihn (noch) einmal auf einer größeren Leinwand sehen wollen: Am Mittwoch, 12. Februar findet eine Filmvorführung im großen Sitzungssaal des Landratsamtes Eichstätt statt. Beginn ist um 17 Uhr, der Eintritt ist frei.

 

 

Foto: Landkreis Eichstätt

 

Kategorien: Presse