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Resilienz – für Fachkräfte ein wichtiges Thema!

Erfolgreiche, landkreisübergreifende Fachtagung mit positiver Resonanz

Der Fachtag in der Stadthalle Treuchtlingen mit dem Titel „Gestärkt von Anfang an – Wie kann Resilienz gefördert werden?“ lockte über 160 Fachleute aus dem pädagogischen, therapeutischen, medizinischen und hauswirtschaftlichen Bereich. Die vier Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi – Netzwerk frühe Kindheit) aus den Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen (S. Heuberger-Streb), Eichstätt (A. Pohl, A. Seibold, C. Spiegl, K. Weber), Roth (L. Pfaffenzeller) und der Stadt Schwabach (A. Regn-Neidhart) hatten den Fachtag organisiert und lenkten bewusst den Fokus auf positive Aspekte und stärkende Schutzfaktoren der frühkindlichen Entwicklung. Aber nicht nur das! Auch der Frage, wie Eltern und Fachkräfte gesund bleiben und die täglichen Anforderungen meistern können, wurde nachgegangen.

 

Im Hauptvortrag nahm Prof. Dr. Fröhlich-Gildhoff (Dipl.-Psychologe, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut) das Thema „Resilienz“ in den Blick und machte darauf aufmerksam, dass Kinder und Eltern in der heutigen, schnelllebigen Welt mehr denn je von Burnout bedroht sind und eine angemessene Stressbewältigung schon früh gelernt werden sollten. Resilienz bedeutet Widerstandskraft, Spannkraft, Elastizität. Menschen benötigen diese, um biologischen, psychologischen und psychosozialen Risiken im Leben begegnen zu können. Prof. Dr. Fröhlich-Gildhoff benannte in Bezug auf Kinder vertrauensvolle Menschen, klare Grenzen, gute Vorbilder, ein gesundes Selbstwertgefühl sowie Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten als Schutzfaktoren im Leben. Eine gute emotionale Beziehung zu einer primären Bezugsperson ist von unschätzbarem Wert. Dies ist ein guter Grundstein für Entwicklung von Widerstandsfähigkeit, um Entwicklungsaufgaben und Krisen angemessen meistern zu können. Seine grundlegende Botschaft: „Resilienzorientierung und –förderung sind eine Grundhaltung Menschen und vor allem Kindern gegenüber“. Je jünger die Kinder, umso wirksamer ist die Stärkung der kindlichen Fähigkeiten und Widerstandsfähigkeit. Denn seelische Widerstandsfähigkeit ist nicht angeboren, sondern wird im Laufe der Entwicklung erworben. In diesem Zusammenhang weist er unter anderem darauf hin, dass es vor allem im Bereich der frühen Kita-Betreuung auf die Qualität der Einrichtung ankommt. Insbesondere ist auf eine ausreichende Anzahl gut qualifizierter Fachkräfte zu achten.

 

Im Anschluss wurde die Thematik in drei Workshops unter Anleitung von Jörg Mangold, Corinna Lippert und dem Hauptreferenten vertieft. Prof. Dr. Fröhlich-Gildhoff widmete sich der Frage, wie Fachkräfte trotz vielfältiger Anforderungen ihre körperliche und seelische Gesundheit erhalten können. Belastungs- und Bewältigungsfaktoren sollten sich im Berufsalltag die Waage halten, um eine Erschöpfungsspirale oder gar psychische Erkrankung zu verhindern. Auf eine gesunde Balance zwischen Arbeit, Sozialkontakten und Freizeit kommt es an. Prof. Dr. Fröhlich-Gildhoff nennt in diesem Zusammenhang Schutzfaktoren für den Arbeitsalltag wie z.B. ein gutes Teamklima vorzufinden, Handlungsspielräume im Arbeitsfeld zu haben, einem wertschätzenden Führungsstil zu begegnen, Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten zu bekommen und angemessen bezahlt zu werden. Jörg Mangold (Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Achtsamkeitstrainer) ging darauf ein, was Eltern tun können, um im Erziehungsalltag gesund und handlungsfähig zu bleiben. Er betonte, dass sich Eltern oft selbst unter Druck setzen und an ihren eigenen hohen Ansprüchen in Bezug auf die Kindererziehung zu scheitern drohen. Nach seinen Aussagen sind etwa zwölf Prozent der Eltern vom sogenannten „Eltern-Burnout“ betroffen. Er nannte konkrete Instrumente zur Erhaltung der elterlichen Resilienz. So konnten die Anwesenden zum Beispiel an einer Atemübung teilnehmen und selbst die entspannende Wirkung erfahren.

 

Corinna Lippert (Dipl.-Sozialpädagogin (FH), System. Beraterin und Therapeutin) nahm die Situation der Kinder vertiefend in den Blick. Auf erfrischende und humorvolle Art wurden Inhalte und Tipps vermittelt, wie wir Kinder stärken können. Sie gab den Teilnehmern viele Denkanstöße, um das eigene Verhalten zu reflektieren und die Entwicklungsaufgaben und Bedürfnisse der Kinder nachvollziehen zu können. Als Schlüssel zur Stärkung kann die eigene Haltung den Kindern gegenüber, persönliche Präsenz sowie das Zutrauen in die kindlichen Fähigkeiten gesehen werden.

Neben den fachlichen Inputs war für das leibliche Wohl gesorgt und die Teilnehmenden hatten beim Ankommen und in der Pause die Gelegenheit zu regem Austausch miteinander. Die Veranstaltung fand durchweg positiven Anklang, was im Resümée der teilnehmenden Fachkräfte deutlich wurde: „Professor Fröhlich-Gildhoff hat darauf öfters hingewiesen, dass man eine ;Resilienzbrille` im pädagogischen Alltag aufsetzen sollte. Dies ist für mich ein sehr guter Impuls im täglichen Umgang mit meiner Arbeit mit den Kindern. Der Vortrag war für mich eine Wiederholung und Erinnerung daran, dass Resilienz grundlegend auf Beziehungen beruht,“ so eine Kita-Mitarbeiterin aus Weißenburg. „Prof. Dr. Fröhlich-Gildhoff brachte alle Aspekte zur Resilienz prägnant auf den Punkt, so dass jeder Teilnehmer sofort Verknüpfungen zum Arbeitsumfeld und zu sich selbst herstellen konnte. Der wichtigste Schutzfaktor eines Kindes ist eine stabile, wertschätzende Beziehung zu einer erwachsenen Bezugsperson, die auch außerhalb der Familie liegen kann, z. B. die Erzieherin,“ unterstrich eine Kita-Leiterin aus Treuchtlingen. „Ich bekam gute Anregungen zum Schutz meiner Kräfte und ganz neue Aspekte zum Schutz vor Erschöpfung wurden mir deutlich,“ fasste eine Haushaltsberaterin aus dem Landkreis Eichstätt zusammen.

 

Zufrieden mit einer bestens verlaufenden Fachtagung (v.li.): Prof. Dr. Fröhlich-Gildhoff, Jörg Mangold, Corinna Lippert, Sandra Heuberger-Streb, Kirsten Weber, Laura Pfaffenzeller, Adelheid Regn-Neidhart, Christine Spiegl, Aenne Seibold und Anett Pohl.

Foto: Landkreis Eichstätt

Kategorien: Presse