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Von Geistermessen, Teufelswebern und Schreckensnächten

So viele Zuhörer wie noch nie: Gruselstunde im Jura-Bauernhofmuseum ein toller Erfolg

Von Petra Preis

Eichstätt - Obwohl die jährliche Gruselstunde im Jura-Bauernhofmuseum des Landkreises Eichstätt nun schon 19 Jahre auf dem Buckel hat, ist das Interesse daran ungebrochen. Heuer konnte die wohlgeheizte, schummrige Stube des Museums die zahlreichen Besucher kaum fassen, so viele waren gekommen. Erstaunlich viele Erwachsene fanden sich ein, das Alter der Zuhörer bewegte sich „ungefähr zwischen 5 und 75 Jahren“, schmunzelte Organisatorin Marianne Grund vom Museumsverein – was einen reiferen Herrn zu der Bemerkung veranlasste: „Gruseln kann man sich in jedem Alter!“. Die von Marianne Grund, Herbert F. Mayer und Berit Mayer vorgelesenen Geschichten waren eine bunte Mischung aus moderner Jugendliteratur, alten Sagen und spannenden Schauererzählungen, natürlich kindgerecht aufbereitet: „Wir wollen niemanden schocken, allerdings garantieren wir immer Gänsehaut und sanfte Schrecken“, so Marianne Grund. Vor allem die Kinder hingen dem erfahrenen Erzählertrio regelrecht an den Lippen. Eingehüllt in flackernden Kerzenschein gelang es den „Gruselexperten“ auch im 19. Jahr des Bestehens dieser Veranstaltung, eine gute Stunde lang die Aufmerksamkeit aller Zuhörer zu gewinnen. „Für uns ist die Gruselstunde schon fast sowas wie ein Pflichttermin im Kalender. Wenn man Gruselgeschichten in so traditionsreichem Ambiente erzählt bekommt, dann ist das doch noch viel schöner, als wenn man die Geschichten selbst liest“, meinte denn auch eine Mama aus Ingolstadt.

 

Eingeleitet von einem Horn-Ruf durch Herbert F. Mayer, mit dem die Geister „herbeigerufen“ wurden, ging es in den Gruselgeschichten beispielsweise um einen kleinen Vampir, der sich irrt und davon mächtige Zahnschmerzen bekommt; um einen geheimnisvollen Nachbarn, der von einem schlauen und tapferen Buben überlistet wird; um eine Winternacht, die ein paar Freunde wohl ihr Leben lang nicht vergessen werden; um das verschwundene Silberbein eines Grafen; um einen verirrten Wanderer und sein schaurig-nächtliches Erlebnis, oder um eine Geistermesse, die eine fromme Frau zur Geisterstunde erlebt und die ihr mehr als nur einen sanften Schrecken einjagt. Mucksmäuschenstill war es weiterhin bei der Geschichte der kleinen blassen Mariele, die in einer Gewitternacht vor dem Haus sitzt, bei der Erzählung über den fremden Webergesellen mit der schwarzen Katze, dem ein besonderes Geheimnis umgab, oder den Bauer, der zu tief in den Maßkrug geschaut hatte und wirklich glaubte, vom Teufel geholt zu werden…. In der Pause stieg man wieder auf den dunklen Dachboden des Museums hinauf, hier konnten die Kinder zusammen mit Herbert F. Mayer nachschauen, ob es dort Museumsgeister gibt. Entsprechende Tritte vorab registrierten die Zuhörer mit Gänsehaut. Doch die gesuchten Gespenster hatten sich gut versteckt oder gar in Luft aufgelöst. Jedenfalls war danach eine Stärkung mit den beliebten Honigkuchengespenstern aus Marianne Grunds Backstube sehr willkommen. Der fulminante Schlusspunkt war „die gruseligste aller Gruselgeschichten“ mit drei bayerischen Burschen und ihrem Erlebnis in New York – ein gelungener Abschluss, auf den erfahrene „Altgrusler“ schon sehnsüchtig warteten, bevor die Erzähler dann ihr Gespensterbuch schlossen. Bevor die Kinder nach gebanntem Zuhören bei Kerzenschein nach Hause gingen, gab ihnen Herbert F. Mayer mit auf den Weg, dass es im Leben wohl vieles gäbe, was unglaublich, unerklärlich oder gar unheimlich sei, aber deswegen müsse man sich nicht fürchten.

 

Nach einer Stunde gebannten Zuhörens durften sich die Vorleser über einen stürmischen Applaus freuen! Fröhlich und gar nicht verängstigt machten sich die jungen Zuhörer auf den Heimweg, und von Seiten der Erwachsenen war manch anerkennendes Wort über die gelungene Veranstaltung zu hören. „Ich glaube, es war wieder eine schöne Veranstaltung, die alle Teilnehmer begeistert hat“, freute sich denn auch Marianne Grund sichtlich zufrieden. Zusammen mit ihren beiden Kollegen ist sie das ganze Jahr über auf der Suche nach passenden Geschichten und nach mündlicher Überlieferung von Geschichten aus unserer Region. Frau Grund freut sich immer sehr darüber, dass sich auch heute Kinder von mündlichen Erzählungen und Gruselgeschichten begeistern lassen - „man soll das Vorlesen auch unbedingt pflegen, denn es hinterlässt nachhaltigen Eindruck“. Die traditionsreiche Gruselstunde ist das beste Beispiel dafür – und die treue Fangemeinde aus der gesamten Region freut sich bereits heute auf die Jubiläumsveranstaltung im kommenden Jahr.                                                      

 

Fotos: Preis

 

 

Kategorien: Presse