Vorbildliche Denkmalpflege im Landkreis Eichstätt

Bezirk Oberbayern verleiht Oberbayerischen Denkmalpreis – Vier Anerkennungen für vorbildliche Sanierung

Der Bezirk Oberbayern hat im Kloster Benediktbeuern erstmals seinen neuen Oberbayerischen Denkmalpreis vergeben. Daneben hat er neun vorbildlich sanierten Denkmälern seine Anerkennung ausgesprochen, von denen sich vier im Landkreis Eichstätt befinden: die Burgruine Altmannstein (Sanierung und Instandsetzung), die historische „Römerbrücke“ in Kinding (Instandsetzung), das historische Pfarrhaus in Denkendorf-Dörndorf (Innensanierung) sowie der Galvano-Engel auf dem Ostenfriedhof in Eichstätt (Restaurierung). „Ich freue mich sehr darüber, dass der Landkreis Eichstätt die meisten Auszeichnungen erhält, nämlich vier Anerkennungspreise. Das zeigt, dass die vielfältigen Bemühungen um die Denkmalpflege in unserer Region und die ausgezeichneten Leistungen für vorbildliche Sanierung ihre entsprechende Anerkennung finden“, so Landrat Alexander Anetsberger bei der Preisverleihung vor Ort.

 

Zu den mit einer Anerkennung ausgezeichneten Denkmälern im Landkreis gehört die Burgruine Altmannstein im Naturpark Altmühltal. Trotz ihrer durch Fels und einen Graben geschützten Lage hat die Ruine in ihrer Vergangenheit viele Zerstörungen erfahren. Im Mittelalter gehörte der Sitz dem späteren Kaiser Ludwig von Bayern, danach waren die Grafen von Abensberg Burgherren. 1632 wurden Markt und Burg von den Schweden in Brand gesetzt und fast ganz zerstört. Vom ehemaligen Wohnbau der Burg sind nur noch Reste vorhanden, allein der runde Bergfried mit seinen zwei Meter dicken Mauern aus dem 13. Jahrhundert ist gut erhalten. Unterhalb der Burg steht der sogenannte Hungerturm, der die Burg mit der Marktbefestigung verband. 1918 kam die Burgruine in den Besitz der Familie von Ziegler. 1991 wurde sie vom Markt Altmannstein erworben und saniert.

 

Für den Erhalt der „Römerbrücke“ in Kinding hat sich der Landkreis Eichstätt eingesetzt. Auch wenn die im Volksmund jahrhundertelang „Römerbrücke“ genannte Brücke nicht „römisch“ ist, handelt es sich um ein herausragendes Denkmal und ein Zeugnis vergangener Architektenkunst. Das fünfbögige Brückenbauwerk aus dem 18. Jahrhundert ist mit Brüstungsmauern und gemauerten Bildstocknischen ausgeführt. Heute wird sie nicht mehr von Autos überquert, sondern von all jenen, die zu Fuß oder mit dem Rad in Kinding unterwegs sind.

 

Ein eindrucksvolles Beispiel bürgerschaftlichen Engagements zeigt das historische Pfarrhaus in Dörndorf, einem Ortsteil der Gemeinde Denkendorf. Bereits 2007 wurde der ehemalige Pfarrstadel von der Katholischen Kirchenstiftung Dörndorf mit viel finanzieller und handwerklicher Eigenleistung saniert. Es folgte die Restaurierung des alten Pfarrhauses und seiner Nebengebäude. Das Legschieferdach wurde erneuert, die Fachwerke ausgeputzt, die Fenster teilweise saniert und die Innenausstattung einer zeitgemäßen Nutzung zugeführt. Das Ergebnis ist eine Baugruppe aus Pfarrhaus, Kirche, Stall und Stadel, die hohen Denkmalwert besitzt.


Denkmalschutz ist nicht auf große Bauwerke oder städtische Ensembles beschränkt. Auch historische Objekte wie Marterl, Grabsteine, Feldkreuze oder Kriegerdenkmäler gehören zum schützenswerten Bestand der Erinnerungskultur. Das gleiche gilt für den sogenannten Galvano-Engel von 1903 im Ostenfriedhof Eichstätt. Die Bezeichnung hat er von seiner Herstellungsmethode erhalten, dem Galvanisieren. Das damals neuartige elektromechanische Verfahren ermöglichte die Produktion von Metallplastiken, ohne dass diese geschmiedet oder gegossen wurden. Der Galvano-Engel von Eichstätt stammt aus der Ursprungszeit dieser Erfindung. Er ist damit nicht nur ein Teil christlicher Grabkunst und historischer Friedhofskultur, sondern auch ein Relikt der frühen Industriegeschichte in Bayern.

 

Voraussetzung für die Auszeichnung mit dem Oberbayerischen Denkmalpreis ist, dass die Objekte innerhalb der letzten drei Jahre vom Bezirk Oberbayern Mittel für die Denkmalpflege erhalten haben. Weitere Kriterien für die Preisentscheidung sind die fachliche Qualität, die Aspekte Nachhaltigkeit und Ökologie sowie die kulturelle Bedeutung der Denkmäler für Oberbayern. Die Auswahl traf eine Jury, der neben Mitgliedern des Bezirkstags von Oberbayern und Bezirksheimatpfleger Dr. Norbert Göttler auch jeweils ein Vertreter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege sowie des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege angehören. Das Preisgeld beträgt in diesem Jahr insgesamt 17.000 Euro, maximal können für den Oberbayerischen Denkmalpreis 25.000 Euro vergeben werden. Den Preis verleiht der Bezirk Oberbayern alle zwei Jahre.

 

Der Bezirk Oberbayern gibt für die Denkmalpflege jährlich rund 2,5 Millionen Euro aus. „Seit 2004 hat der Bezirk Oberbayern über 30 Millionen Euro Zuwendungen an Kirchenstiftungen, Kommunen und Privatpersonen für die Denkmalpflege vergeben. Das ist ein enormer Rückfluss der Bezirksumlage in die Landkreise und Städte“, sagte Bezirkstagspräsident Josef Mederer bei der Preisverleihung. „Wir möchten mit dem Preis das enorme Engagement vieler privater und öffentlicher Eigentümerinnen und Eigentümer von denkmalgeschützten Objekten würdigen und damit ‚neues Leben in alten Mauern‘ fördern.“

 

Verleihung des Oberbayerischen Denkmalpreises 2021 in der Fachberatung für Heimatpflege des Bezirks Oberbayern in Benediktbeuern (v.li.): Norbert Hummel (Bürgermeister Markt Altmannstein), Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Dr. Susanne Schmid und Eichstätts Landrat Alexander Anetsberger.

 

Glückwunsch und Anerkennung für vorbildliche Sanierungsarbeit: (li.) Bezirkstagspräsident Josef Mederer und Landrat Alexander Anetsberger.

                                                                                                                            Fotos: Englmaier