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Wildentsorgungsstellen für den Landkreis Eichstätt

Sie heißen „Afrikanische Schweinepest“,

 „Aujeszkysche Krankheit“ und „Kleiner Fuchsbandwurm“: Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit Friedrich-Loeffler-Institut hat das Risiko einer Einschleppung der Krankheiten nach Deutschland insgesamt als hoch bewertet und zur erhöhten Wachsamkeit aufgerufen, weswegen der Landkreis Eichstätt Wildentsorgungsstellen eingerichtet hat. Im Hinblick auf die Gefahren und Folgen, die bei einer möglichen Einschleppung und Ausbreitung der Krankheiten zu erwarten sind, ist neben einer effizienten Reduzierung der Schwarzwildbestände auch eine ordnungsgemäße Entsorgung von im Straßenverkehr getöteten oder verendet aufgefundenen Wildschweinen erforderlich. Im Interesse des Allgemeinwohls wird das Ziel einer ordnungsgemäßen Entsorgung durch die sog. Wildentsorgungsstellen erreicht, von denen eine in der Marktgemeinde Nassenfels auf Gemeindegrund steht. Die bereitgestellten Kühlbehältnisse können von Revierinhabern und Jägern sowie Hegegemeinschaften genutzt werden.

 

„Wir hoffen sehr, dass die Behältnisse bei Bedarf genutzt werden, stichprobenartige Kontrollen zur Überprüfung der ordnungsgemäßen Anlieferung der Konfiskate werden durchaus durchgeführt“, so Michael Günthner vom Sachgebiet Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Waffen- und Sprengstoffwesen, Jagd und Fischerei, Land- und Forstwirtschaft im Landratsamt Eichstätt. Im Rahmen einer Mustervereinbarung über die Errichtung und den Betrieb von Wildentsorgungsstellen im Landkreis Eichstätt hat die Landkreisverwaltung mit sieben Landkreisgemeinden acht ausgewählte Standorte festgelegt, die ab sofort für die Jägerschaft zur Verfügung stehen. Wildentsorgungsstellen befinden sich in Beilngries, Nassenfels, Denkendorf, Kösching, Titting, Walting, Wellheim und an der kreiseigenden Dependance des Kreisbauhofs in Schwabstetten. Diese Vereinbarung, die zwischen dem Landkreis Eichstätt (als Kostenträger für die Beschaffung und Entleerung der Konfiskatbehälter sowie für die laufenden Betriebskosten der Wildentsorgungsstelle und die Aufwandsentschädigung für die dafür verantwortlichen Personen), der jeweiligen Gemeinde (als Grundstückseigentümer des bereitgestellten Aufstellortes), dem jeweiligen Leiter der Hegegemeinschaft (als Unterstützer der Maßnahme), der verantwortlichen Person (als „Betreuer“ des Standortes, insbesondere Reinigung der Behälter und des Kühlgehäuses) und des Verarbeitungsbetriebes Tierischer Nebenprodukte Gunzenhausen (als Entsorger durch wöchentliche Leerung der Behälter an festgelegten Wochentagen) abgeschlossen wurde, regelt den Zweck dieser Wildentsorgungsstellen, die Entsorgungsgrundsätze, den Standort sowie die Maßnahmen und Aufgaben der daran beteiligten Personen. „Bei den Entsorgungsgrundsätzen ist zu berücksichtigen, dass neben dem Aufbruchmaterial von Schwarzwild auch die beim Zerwirken anfallenden restlichen Schlachtabfälle der Schweine angeliefert werden können“, betont Günthner.

 

Ein aktueller Fall von illegaler Wildentsorgung bereitet derzeit auch der Abfallwirtschaft des Landratsamtes Kopfzerbrechen: Wiederholt wurde eine grobe Verschmutzung in einer Papiertonne festgestellt, es handelte sich um Teile eines zerlegten Rehs. „Dies stellt eine grobe Verunreinigung des Wertstoffes Papier dar und verursacht dem Landkreis Kosten, welche auf alle Bürger umgelegt werden“, so Manuel Laumeyer von der Abfallwirtschaft. Auch Arbeitsbereichsleiterin Kathrin Husterer appelliert nochmal nachdrücklich daran, die Papiertonnen nicht durch fremde Stoffe zu verunreinigen. „Besser sollte man in diesem Fall die Konfiskattonnen nutzen, Rehe darf man auch einfach in der Natur vergraben. Es ist sogar möglich, ein Bußgeld zu erheben“, betont die Abfallexpertin, die zusammen mit allen Mitarbeitern bei Fragen zu dieser Thematik zur Verfügung steht und auch offen ist für Hinweise.                                                                                          pp

 

 

Eröffneten die neue Wildentsorgungsstelle in Nassenfeld: (v.li.) Franz Loderer, Bürgermeister Thomas Hollinger, Kreisjagdberater Hans Eisenschenk, Andreas Husterer sowie Michael Günthner und Franz Heiß vom Landratsamt Eichstätt.  

                               

Kategorien: Presse