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Wohin nur mit dem Kassenbon?

Praxis-Umwelttipp der Abfallwirtschaft des Landkreises Eichstätt

Von Petra Preis

Ob in der Apotheke, beim Friseur oder beim Bäcker - seit Anfang Januar geht es nicht mehr ohne Kassenbon für den Kunden. Bis zuletzt liefen Einzelhandel und Handwerk zwar Sturm gegen die Gesetzespläne zur Eindämmung von möglichem Steuerbetrug an Ladenkassen, doch die Kassenbonpflicht ist verbindlich für alle Händler, die über elektronische Kassensysteme verfügen. Nach dem Bezahlvorgang muss der Beleg dem Kunden unaufgefordert ausgehändigt werden, doch eine Mitnahmepflicht besteht nicht. Für Händler und Käufer besteht dann die Überlegung: Wohin mit dem Kassenbon, vor allem denen aus Thermopapier? „Kassenzettel werden meist auf Thermopapier gedruckt, das ein Spezialpapier mit bis zu drei Prozent Farbentwickler ist. Unter Temperatureinwirkung löst dieses Papier in einer chemischen Reaktion eine Schwarzfärbung aus“, so Emily Aspindle von der Abfallwirtschaft im Landratsamt Eichstätt. Diese Chemikalienbeschichtung ist es denn auch, die einer Empfehlung des Umweltbundesamtes zufolge dazu führt, dass alle Thermopapiere aus Vorsorgegründen im Restmüll entsorgt werden sollen. Kritische Inhaltsstoffe der enthaltenen Farbentwickler könnten sich ansonsten im Altpapier verteilen und über Recyclingprodukte wie Toilettenpapier zurück zum Verbraucher und in die Umwelt gelangen.

„Umweltbewusste entsorgen ihr Altpapier natürlich korrekt in der grünen Papiertonne. Jedoch gibt es einige Papiere und Pappen, die besser im Restmüll landen. Dazu gehören eben auch Kassenzettel und entwertete Fahrkarten, aber auch Parktickets oder Konzertkarten, die nicht ins Altpapier gehören, weil sie mit Bisphenol-A beschichtet sind“, weisen die Abfallexperten im Landratsamt Eichstätt hin. Diese Substanz kann ins Ökosystem gelangen und Grundwasser und Böden belasten.

Die Deutschen sind zwar Weltmeister im Altpapier sammeln, andererseits verbrauchen wir mit knapp 250 Kilo pro Kopf auch nur unwesentlich weniger als die weltweit führenden Belgier und Österreicher. Seit gut zehn Jahren ist in Bayern die Menge des gesammelten Altpapiers aber kontinuierlich rückläufig. Waren es 2006 noch über 83 Kilo pro Einwohner, sind es 2016 nur noch gut 78 Kilogramm. Insgesamt soll beim Recycling der Stoff so sortenrein wie möglich aufbereitet werden, deshalb ist die Mülltrennung so wichtig. Altpapier ist schließlich der Rohstoff, aus dem Recyclingpapier gewonnen wird - es ist kein frisches Holz notwendig. Altpapier kann bis zu siebenmal wieder für neue Produkte aufbereitet werden, wenn keine Fremdstoffe diesen Recyclingprozess stören.

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