THI-Studierende entwickeln Konzepte zur nachhaltigen Energieversorgung für den Landkreis Eichstätt
Wie kann im Landkreis Eichstätt künftig die Transformation zu regenerativer Energieerzeugung gelingen und gleichzeitig die daraus entstehende Wertschöpfung in der Region verbleiben? Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich Studierende der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) im Sommersemester 2026. Ihre Ergebnisse präsentierten sie im Landratsamt Eichstätt vor Landrat Alexander Anetsberger und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landkreisverwaltung.
Das Semesterprojekt entstand bei einem Gespräch zwischen Landrat Anetsberger und Andrea Funk, Professorin an der Technischen Hochschule Ingolstadt. Gemeinsam entwickelten sie den Ansatz, Studierende an einer realen kommunalen Herausforderung arbeiten zu lassen. In enger Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Eichstätt, mehreren Kommunen sowie Gemeindevertretern und weiteren Akteuren aus dem Landkreis sollte ein Konzept für dezentrale Energiesysteme entwickelt werden – ein anspruchsvolles Thema, das die Region schon seit längerer Zeit beschäftigt. Ziel war es, nicht nur theoretische Überlegungen anzustellen, sondern potenziell realisierbare Lösungsansätze zu erarbeiten. Der Hintergrund ist hochaktuell: Energiewende, Klimaschutz und das Ziel der Klimaneutralität erfordern neue Wege der Energieversorgung. Dezentrale, regenerative Energiesysteme gelten dabei als wichtige Bausteine, um darüber hinaus die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern und die Versorgung langfristig resilienter zu gestalten. Gleichzeitig bieten sie die Chance, die Region mit ihren verschiedenen Akteuren wirtschaftlich zu stärken und unabhängiger zu machen.
„Die Wertschöpfung aus regenerativer Energieerzeugung soll möglichst im Landkreis bleiben und den Menschen vor Ort zugutekommen“, betonte Anetsberger bei der Präsentation. Genau dieses Ziel stand im Mittelpunkt der studentischen Arbeiten. Akademisch begleitet wurde das Projekt von Stefanie Wrobel, Professorin für Business Development und Transformation Management am Bayerischen Foresight-Institut der THI, und Andrea Funk, Professorin für Entrepreneurship. Die Studierenden kombinierten Methoden der strategischen Vorausschau mit Werkzeugen aus dem Entrepreneurship. Ziel war es, relevante Entwicklungen frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und mitzudenken, um auf dieser Basis zukunftsorientierte, wirtschaftlich tragfähige und praxistaugliche Konzepte für den Landkreis zu entwickeln, die unterschiedliche Interessen von Kommunen, Wirtschaft, Landwirtschaft und Bevölkerung berücksichtigen.
Dass die Ergebnisse bewusst neue und verschiedene Perspektiven einbringen, sei ein klarer Mehrwert für das Projekt, erklärte Stefanie Wrobel. Durch die Zusammenarbeit der internationalen Studierendengruppen aus den Master-Studiengängen Sustainability Management und Global Foresight & Technology Management würden starre Denkmuster durchbrochen und Wissen aus verschiedenen Disziplinen eingebracht. „Die Studierendenhaben sich zunächst intensiv mit den Charakteristika, Strukturen und Prozessen vor Ort vertraut gemacht – über Gespräche im Landratsamt, die Recherche von Dokumenten und online-Informationen sowie Interviews mit Vertretern der unterschiedlichen Interessengruppen. Gerade der unverstellte Blick von außen hat kreative Lösungsansätze ermöglicht – ohne die oft anzutreffende ‚Das-geht-nicht‘-Mentalität,“ so Wrobel. Für den Landkreis könnten die vorgestellten Konzepte nun eine Grundlage für weitere Überlegungen und konkrete Maßnahmen sein. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie Hochschulen und Kommunen gemeinsam an Lösungen für aktuelle Herausforderungen arbeiten können: Strategische Vorausschau und unternehmerisches Denken werden genutzt, um die Energiewende vor Ort aktiv mitzugestalten und regionale Wertschöpfung langfristig zu stärken.
(lkr)




